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Uhrwerk am Tretlager
Zwei junge Ingenieure entwickelten ein neuartiges Fahrradgetriebe. Es ähnelt dem von Automobilen und verspricht beachtliche technische Vorteile. An vielen Fronten haben deutsche Fahrzeugbauer Terrain an die Konkurrenz aus Japan verloren. Auf kaum einem Sektor aber waren die Verluste so gründlich wie in diesem: Fahrradschaltungen. Nur Oldtimer-Velos verfügen noch über die hakeligen Dreigang-Hebelwerke Marke Sachs. Den Weltmarkt beherrscht ein Unternehmen aus der Nähe von Osaka. Nahezu alle Fahrräder auf der Welt werden inzwischen mit Schaltungen von Shimano aus- geliefert. Dass jemand diese Marktmacht noch einmal brechen könnte, ist schwer vorstell- bar. Wohl aber gibt es Raum für technische Verbesserungen. Auf der Fachmesse Eurobike in Friedrichshafen wird in dieser Woche ein Bran- chenneuling Beachtung finden, dessen Fahrradgetriebe alle bisherigen Konstruk- tionen an technischer Finesse übertreffen soll. Anders als bei fast allen handelsüblichen Ketten- oder Nabenschaltungen wird das Getriebe der Stuttgarter Firma Pinion nicht im oder am Hinterrad einge- baut, sondern wie ein komplexes Uhrwerk um das Tretlager herum platziert. Die Anordnung entspricht der beim Motorrad und soll ein altes Dilemma des Fahrradbaus beseitigen. Bislang schien es unmöglich, einen robusten, wartungs- freien Ersatz für die verschmutzungs- und störanfällige Kettenschaltung zu finden, ohne sich dabei erhebliche technische Nachteile einzuhandeln. Die einzige Alternative mit annähernd vergleichbarem Übersetzungsspektrum ist bislang die Nabenschaltung. Zahnradkonvolute mit bis zu 14 Gängen werden in- zwischen wetterfest in die Nabe integriert, erhöhen jedoch das Gewicht des Antriebsrads und machen das Gefährt dadurch träge. Zwar gab es schon vor Jahrzehnten Versuche, das Getriebe am Tretlager anzuord- nen. Das sagenhafte Mutaped etwa, ein Schweizer Dreigang-Räderwerk, wurde per Rücktritt geschaltet. Doch keine dieser Konstruktionen erfüllte bisher die Voraussetzungen für sportliches Radeln: geringes Gewicht, kleines Volumen und dazu eine möglichst hohe Anzahl von Gängen. Das Pinion-Konstrukt dagegen ist ausgesprochen kompakt und mit knapp 2,5 Kilo- gramm auch relativ leicht. Es verfügt über 18 Gänge und liegt mit einer Sprei- zung der Übersetzungsverhältnisse von 634 Prozent auf dem Niveau von Profi -Mountainbikes. Pinion ist ein Greenhorn der Fahrradtechnik. Die Firma mit Sitz im Stuttgarter Stadtteil Feuerbach existiert seit knapp zwei Jahren und besteht im Wesentli- chen aus den zwei jungen Ingenieuren Michael Schmitz und Christoph Lermen. Die Idee für ihr Fahrrad - getriebe ersannen sie während ihrer Zeit als Werk- studenten im Entwicklungszentrum des Sportwagenherstellers Porsche. Und so trägt das Konstrukt auch erkennbar die Handschrift der Kraftfahrzeugtechnik. In dem Aluminiumgehäuse stecken zwei hintereinandergeschaltete Stirnradsätze, einer mit sechs und einer mit drei Übersetzungsstufen, was zusammen 18 Gänge ergibt. Vor allem aber handelt es sich dabei tatsächlich um 18 unterschied liche, sequentiell und auch im Stand durchschaltbare Übersetzungsverhältnis- se, anders als bei Kettenschaltungen, wo nur während der Fahrt geschaltet werden kann und diverse Zahnradpaarungen dasselbe Verhältnis ergeben. Das Pinion-Getriebe wird zweifellos die Hauptattraktion der Friedrichshafener Zweiradmesse sein – und etliche Fragen aufwerfen, zuvörderst jene nach dem Preis. Noch ist Pinion nicht im Handel. Schmitz, der Wirtschaftsingenieur im Team, hält Produktionskosten knapp oberhalb der besten Nabenschaltungen für möglich. Zunächst aber muss noch eine Hürde genommen werden: Das Pinion-Schaltwerk braucht einen speziellen Fahrrad rahmen, an dessen unterem Knotenpunk das Gehäuse angeschraubt wird. Bishe fertigte nur der Hersteller Endorfin, ein Hochpreisproduzent aus der Pfalz, einige Einzelstücke. Im Serienbau, schätzt des sen Geschäftsführer Alexander Marke wäre der Rahmen für Pinion-Getriebe nur etwa 20 Euro teurer. Die wichtigste Frage, jene nach der Robustheit, brauchen die Stuttgarter nicht zu fürchten. Fahrradantriebe haben bei kräftigen, abrupten Pedaltritten Dreh- momente von 200 Newtonmetern auszustehen, ähnlich hoch wie im Antriebsstrang von Mittelklassewagen. Im Untergeschoss des Stuttgarter Konstruktionsbüros steht ein Belastungsprüf- stand, an dem schon einige Prototypen des Pinion-Räderwerks zu Bruch gingen. Das serienreife Produkt soll im kommenden Frühjahr verfügbar sein und dann über eine Standfestigkeit von gut 60000 Kilometern verfügen. Eine exotische Feuertaufe erlebte eines der Vorserienexemplare in diesem Jahr auf einer Himalaja-Tour des Extremradlers Felix Fröhlich. Auf 1500 Kilometer Strecke überwand er 24000 Höhenmeter und kehrte mit einem eindrucksvoll ver- schlissenen Gefährt zurück. Die Federgabel musste erneuert werden. Das Getrie- be lief tadellos. |
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#2
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Am 29.08.2010 19:23 Uhr schrieb ein anonymes Klaus-Bärbel:
> > Anders als bei fast allen handelsüblichen Ketten- oder Nabenschaltungen wird > das Getriebe der Stuttgarter Firma Pinion nicht im oder am Hinterrad einge- > baut, sondern wie ein komplexes Uhrwerk um das Tretlager herum platziert. *gähn* Getriebe im Tretlager gab es schon vor mindestens 100 Jahren und werden aktuell seit ein paar Jahren von einigen Herstellern gebaut. -- Gerald | FAQ zu de.rec.fahrrad: http://0x1a.de/rec/fahrrad/ | | Wiki von de.rec.fahrrad: http://de-rec-fahrrad.de | |
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#3
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Am 29.08.2010 19:49, schrieb Gerald Eíscher:
> Am 29.08.2010 19:23 Uhr schrieb ein anonymes Klaus-Bärbel: >> >> Anders als bei fast allen handelsüblichen Ketten- oder Nabenschaltungen wird >> das Getriebe der Stuttgarter Firma Pinion nicht im oder am Hinterrad einge- >> baut, sondern wie ein komplexes Uhrwerk um das Tretlager herum platziert. > > *gähn* Getriebe im Tretlager gab es schon vor mindestens 100 Jahren und > werden aktuell seit ein paar Jahren von einigen Herstellern gebaut. > > Zum Thema Tretlagergetriebe etc. gibts hier ein bisschen was zu lesen: http://www.troeger-engineering.com/c...etriebe_v3.pdf Demnach wurden die ersten Tretlagergetriebe von Adler und Wanderer in den 20ern verbaut. Frank |
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#4
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Gerald EÃ.scher wrote:
> Am 29.08.2010 19:23 Uhr schrieb ein anonymes Klaus-Bärbel: Das Spam des "Anonymous" hat übrigens einen recht kurzen Header. Das macht neugierig. Gesendet wurde das Spam über eine Mail-to-NNTP Service, der noch nicht vollständig anonymisiert, da die original E-Mail-Adresse durchgereicht wird. Dieses Problem umging der OP durch das Verwenden eines italienischen Remailers. Dass auf der Hauptseite des Mail-to-NNTP Service folgendes Bildchen verlinkt ist verwundert dann auch nicht weiter. http://sabotage.org/images/si.jpg Es geht ja nur um Sabotage. MM |
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#5
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Well, Michael Manner <invalid.michael.manner.gmx.at> wrote:
> Es geht ja nur um Sabotage. Was wurde hier sabotiert? Ralph -- You'll have to wait til yesterday is here Nicht schreiben können: http://lestighaniker.de/ |
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#6
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Ralph Angenendt wrote:
> Well, Michael Manner <invalid.michael.manner.gmx.at> wrote: >> Es geht ja nur um Sabotage. > > Was wurde hier sabotiert? allgemeine Usenet regeln? z.B. keine Kommerzielle Werbung. Ich halte das Mail des OP für einen (plumpen) Versuch einer Werbung. MM |
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#8
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Anonymous <cripto.ecn.org> schrieb:
Auch wenn dieser Artikel im Inhaltsverzeichnis des Spiegels erwähnt ist, unter den Messeneuheiten bei http://www.eurobike-show.com wird das nicht aufgeführt. Viele Grüße Stephan -- http://www.musiklehrer-fuer-musikleh....php?menuid=18 http://www.musiklehrer-fuer-musikleh....php?menuid=19 http://www.blog.gitarrenunterricht-frankfurt.de/ http://www.radreisen.stephan-zitzman...hrungsbericht/ |
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#9
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Gerald Breuer <Gerald.Breuer.googlemail.com> schrieb:
>Am 30.08.2010 00:00, schrieb Michael Manner: > >> Ich halte das Mail des OP für einen (plumpen) Versuch einer Werbung. > >Klar, die ganze Welt will dich nur manipulieren. Es ist schon komisch, wenn ein Text vom Spiegel hier steht, der zu dem Zeitpunkt nicht in der Onlineausgabe zu finden war. Viele Grüße Stephan -- http://www.musiklehrer-fuer-musikleh....php?menuid=18 http://www.musiklehrer-fuer-musikleh....php?menuid=19 http://www.blog.gitarrenunterricht-frankfurt.de/ http://www.radreisen.stephan-zitzman...hrungsbericht/ |
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#10
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Am 29.08.2010 19:23, schrieb Anonymous:
> Uhrwerk am Tretlager > > Zwei junge Ingenieure entwickelten ein neuartiges Fahrradgetriebe. > Es ähnelt dem von Automobilen und verspricht beachtliche technische > Vorteile. Automobile haben Getriebe ("Uhrwerke") am Gaspedal? |
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#11
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Am 29.08.2010 19:23, schrieb Anonymous:
> Uhrwerk am Tretlager > > Zwei junge Ingenieure entwickelten ein neuartiges Fahrradgetriebe. > Es ähnelt dem von Automobilen und verspricht beachtliche technische > Vorteile. > ... Interessant wird die ganze Sache erst, wenn es für die Getriebe ein einheitlichen Formfaktor bzw. "Einbaufaktor" gibt, d.h. ich muss mich nicht schon bei Rahmenkauf auf ein Getriebe festlegen. Nikolai hat mit/für seine G-BOXX[1] ja schon einen Standard (G-Con) festgelegt[2], aber wenn ich das richtig lese ist dieser auch nur für G-BOXXes gedacht(?). Deswegen und weil die G-BOXX/G-Con keine Erwähnung auf der pinion Webseite findet, darf bezweifelt werden dass diese "kompatibel" sind. Schade eigentlich :-(, denn so unterschiedlich sehen sie gar nicht aus[3]. 1: http://www.g-boxx.com/d-g-boxx2.html 2: http://www.g-boxx.org/02-what_are_th..._standart.html 3: http://www.pinion.eu/index.html |
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Am 30.08.2010 07:55, schrieb Stephan Zitzmann:
>> Klar, die ganze Welt will dich nur manipulieren. > Es ist schon komisch, wenn ein Text vom Spiegel hier steht, > der zu dem Zeitpunkt nicht in der Onlineausgabe zu finden war. Er ist in der Print-Ausgabe und in dem käuflichebn PDF enthalten. Ich nehme mal an es wurde wegen des Urheberrehts über den Anony- mizer gepostet. |
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#13
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Jens Müller <usenet-03-2009.tessarakt.de> wrote:
>> Zwei junge Ingenieure entwickelten ein neuartiges >> Fahrradgetriebe. Es ähnelt dem von Automobilen und verspricht >> beachtliche technische Vorteile. > > Automobile haben Getriebe ("Uhrwerke") am Gaspedal? Sie haben das variable Getriebe idR am Motor und transferieren dann ueber einen Antriebsstrang fixer Uebersetzung auf die Raeder. Und das ganze gekapselt und ohne krudes Kettenwerfen. Vielleicht haben sie ja sowas wie eine automatische Kupplung eingebaut? -- MfG/Best regards helmut springer panta rhei |
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#14
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Am 29.08.2010 19:49, schrieb Gerald Eíscher:
> *gähn* Getriebe im Tretlager gab es schon vor mindestens 100 Jahren > und werden aktuell seit ein paar Jahren von einigen Herstellern gebaut. Auch mit 18 Gängen oder annhähernd vielen? |
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#15
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Am 29.08.2010 19:49, schrieb Gerald Eíscher:
> *gähn* Getriebe im Tretlager gab es schon vor mindestens 100 Jahren > und werden aktuell seit ein paar Jahren von einigen Herstellern gebaut. Auch mit 18 überschneidungslosen Gängen? |
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