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Newsgroup de.rec.sport.laufen.veranstaltungen Laufend unterwegs.

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  #1  
Alt 07-07-2010, 10:19 AM
Jørg Le\/ermann
 
Beiträge: n/a
Standard [ThüringenULTRA] 100 Kilometer durch den Thüringer Wald gelaufen

Hier der Versprochene laufbericht, den es auch als Blog-Version mit
Bildern und weiteren Informationen gibt: http://blog.levermann.name


Die gute Vorbereitung hat sich gelohnt für mein Ultra-Debüt in der
100-km-Distanz. Seit 1. Januar habe ich mich auf diesen sportlichen
Höhepunkt vorbereitet. In der Summe habe ich rund 1.550 Kilometer
zurückgelegt, bevor am Samstag Morgen (3. Juli) um vier Uhr der
Startschuss des 4. ThüringenULTRA fiel. Mein Ziel: gesund ankommen -
Zeit spielt keine Rolle.

Der Trainingsplan war mir bei der Vorbereitung eine Orientierungshilfe -
mehr aber auch nicht. Denn selten gelingt es, solche Pläne genau
einzuhalten. Das muss auch gar nicht sein. Doch, als ich in der Woche
vor dem Super-Langstreckenlauf in Fröttstädt die letzte 5-km-Runde in
Eichwalde drehte fiel es mir doch etwas schwer. Denn der Morgen war
schon ziemlich warm und schwül. Irgendwie konnte ich mir gar nicht
vorstellen, zwei Tage später das Zwanzigfache dieser kleinen
Auflockerungsrunde zu laufen.

Das Training für diesen Langstreckenlauf war auch nicht ganz ohne
Lücken. Denn von Mitte März bis Anfang April musste ich
verletzungsbedingt das Training unterbrechen. Aber bis zum Ultra-Lauf
rund um den 916 Meter hohen Großen Inselsberg im Thüringer Wald machte
ich meine Beine mit bis zu 126 Wochenkilometern fit für die große
Belastung.


Die Ultra-Szene trifft sich in Fröttstädt

Karsten aus Berlin nahm mich zusammen mit seiner Familie mit zum
Veranstaltungsort Fröttstädt, eine 400-Seelen-Gemeinde, im Landkreis
Gotha. Direkt auf dem Startgelände schlugen wir unmittelbar zwischen
Start- und Ziel-Zone unsere Zelte auf und genossen den Abend mit den
vielen angereisten Ultra-Läufern beim kühlen frisch gezapftem Bier.
Ultra-Langstreckenläufer sind für mich eine ganz besondere Species von
laufbegeisterten Menschen: alte Hasen, die mit Jens Vieler die TorTour
de Ruhr mitgelaufen sind - erfahrene Läuferinnen und Läufer, die im
Schweizer Biehl 100 km durch die Nacht getrabt sind - das sind alles
Athletinnen und Athleten, vor deren Erfahrung im Ultra-Langstreckenlauf
ich mächtig Respekt habe. Der längste Ultra war bisher für mich der rund
72 km lange Supermarathon beim Gutsmuths Rennsteiglauf. Immer wieder
hörte ich den Rat, es ruhig angehen zu lassen, meine Kraft gut
einzuteilen und nicht alles auf den ersten 50 Kilometern zu verpulvern.
"Der ThüringenULTRA ist kein Kinderspiel", sagte mir ein erfahrener
Inselsberg-Umrunder. Ein Ratschlag den ich beherzigen wollte.
Wir genossen noch ein paar Bier, dann rollten auch wir uns gegen 22 Uhr
in unsere Zelte. Um in den Schlafsack zu kriechen war es noch viel zu
warm, also deckte ich mich nur halb zu und schlief, bis ich lange, bevor
der Wecker klingelte von Kaffeetassengeklapper geweckt wurde. Die
Helferinnen und Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Fröttstädt, die den
Lauf veranstalteten, bereiteten das Frühstück vor. Gegen drei Uhr
signalisierte auch der Wecker meines Mobiltelefons, dass es nun auch für
mich Zeit zum Aufstehen war. Schon in einer Stunde sollte der
Startschuss fallen. Ich streifte mir meine kurze, enge Laufhose über,
zog das Lauf-Shirt an und schützte empfindliche Stellen auf der Haut mit
etwas Vaseline. Bei rund 14° C konnte ich auf eine Laufjacke verzichten.
Schließlich versprach der Wetterbericht, dass es sehr heiß werden würde.
Zwei halbe Brötchen und zwei Tassen Tee, das war mein Frühstück.


Im Frühtau zu Berge wir ziehn ...

Die Stimmung im Startblock war fröhlich, alle fieberten dem Startschuss
entgegen. Ich sah niemanden, der sich locker trabend oder irgendwie
anderweitig warm machte. Maurice Ravels Boléro erklang aus den
Lautsprechern und verbreitete eine merkwürdig entspannte Atmosphäre. Es
gab überhaupt keine Unruhe unter den Läuferinnen und Läufern. Aber eine
gewisse Vorfreude auf den bevorstehenden Langstreckenlauf lag in der
Luft. Dann fiel auch schon der Startschuss, der keiner war, sondern ein
zischender und sprühender Silverster-Feuerwerkskörper. Der Moderator
sagte: "Ja, los jetzt, das war der Startschuss!" Und schon setzten sich
die 260 Läuferinnen und Läufer in Bewegung, begleitet von etlichen
Fahrradbegleitern. Skandinavische Baumfackeln säumten die ersten hundert
Meter, einige Fröttstädter Frühaufsteher standen an der Strecke und
applaudierten als wir durch die kleine Ortschaft liefen. Keine fünf
Minuten nach dem Start führte die Route aus dem Ort heraus über schmale
Straßen durch Wiesen und Äcker. Kleine rote Lämpchen und rote
Flatterbänder an Bäumen und Sträuchern markierten die Strecke.
Es dämmerte als die Landschaft im morgendlichen Dunst sichtbar wurde.
Thüringens Wald-und-Wiesen-Landschaft zeigte sich von ihrer schönsten
Seite. Fast ganz hell war es, als wir unter der Autobahnbrücke hindurch
trabten und die ersten Hügel vor dem Thüringer Wald hinauf liefen. Doch
bald wurden die Wege steiler. Wir erklommen die ersten Berge, liefen
über offene Wiesen und Waldwege.


Ein Wiedersehen mit alten Bekannten

"Sag, mal, bist Du nicht vor einigen Jahren den Rennsteig gelaufen?
Kennen wir uns nicht?", sprach mich gegen sechs Uhr ein Läufer an. "Ach,
das gibt's doch nicht", antwortete ich, als ich ihn erkannte. Es
war Rudi Schmidtke. Er startete ebenfalls 2005 zum ersten Mal beim
Rennsteig Supermarathon. Wir quatschten eine ganze Weile, dann wollte er
lieber etwas Tempo raus nehmen. Dabei waren wir gar nicht so schnell.
Ich genoss weiterhin die Landschaft und war erstaunt, wie schnell die
ersten 24 km bis zum ersten Wechselpunkt für die Staffelläufer hinter
mir lagen. Die Strecke führte weiter zum Dreiherrenstein, ein Stück den
Rennsteigweg in Richtung Unterer Beerberg, eine Gegend, die mir bekannt
vorkam. Ganz bestimmt führte die Strecke damals beim Supermarathon genau
hier entlang.

Als ich die Verpflegungsstelle Brotterode bei Kilometer 29 etwa gegen
7:25 erreichte wurde es auch so langsam warm. In den Wäldern und auf den
Höhen war es bis dahin gar nicht so sehr warm. So ließ es sich gut
laufen. Ich teilte aber dennoch meine Kräfte ein und beherzigte den Rat,
die Anstiege gehend zu überwinden und es an den Gefällestrecken einfach
rollen zu lassen. Ich dachte darüber nach, ob das wirklich die bessere
Taktik in diesem Gelände ist. Denn schließlich waren es ja in der Summe
etwa 2.150 Höhenmeter, die auf der gesamten Strecke überwunden werden
mussten. Und die steigenden Temperaturen bereiteten mir zunehmend Sorge.
Es ist schon ein Phänomen: Unterwegs überholt man immer wieder die
gleichen Läuferinnen und Läufer. Wenig später wird man selbst wieder von
den gleichen Läuferinnen und Läufern eingeholt. So kam ich mit Ines
Melzer aus Jessen (Kreis Wittenberg) ins Gespräch. Wir liefen in etwa
das gleiche Tempo. Kurz hinter dem Weinberg (583 m ü.N.N.) bei Trusetal
führte uns die Route auf einen asphaltierten Weg Richtung
Kleinschmalkalden. Der Weg schmiegt sich sanft in die Landschaft. Leicht
abschüssig beschleunigte er unsere Schritte.

Die ersten Kilometer der dritten Etappe hatten es jedoch in sich. Stetig
ging es bergauf, nicht sehr steil, aber es zog sich in die Länge. Nun
wurde es doch schwerer und schwerer, die Berge zu erklimmen. Am
Dreiherrenstein am Hangweg führte uns die Strecke wieder über den
Rennsteig Wanderweg zur Ebertswiese, auf der sich beim Rennsteiglauf ein
Verpflegungspunkt befindet. Ich habe die Stelle aber nicht unbedingt
wiedererkannt, wohl aber den Rennsteigweg dorthin. Bis kurz vor dem
Wechselpunkt zur vierten Etappe bei Kilometer 74 lief ich gemeinsam mit
Ines. Dann begleitete mich Staffelläuferin Katrin Ludwig vom Team
Räuberläufer. Oder vielmehr: ich begleitete sie, denn inzwischen wurden
meine Beine doch schon sehr müde. Aber mit den Gesprächen unterwegs
wurde das Laufen doch deutlich leichter. Auch wenn wir jetzt bei den
leichtesten Anstiegen in einen lockeren Spaziergangschritt übergingen.
Die Strecke führte nun über etwas offenere Landschaften des Thüringer
Waldes. Malerische Ausblicke lenkten uns von den Strapazen ab. 21
Kilometer vor dem Ziel gab es wieder eine Verpflegungsstation. Jetzt war
es also nur noch eine Halbmarathondistanz, die uns vom Ziel in
Fröttstädt trennte.


Ab Kilometer 75 wurde es schwer

Das sind diese kleinen psychologischen Tricks. Sich die Strecke in
kleinere Stücke einzuteilen, beispielsweise in vier mal 25 Kilometer.
Dann die Halbmarathonstrecke, dann nur noch 15 Kilometer, also weniger
als meine übliche 16-km-Trainingsrunde. Oder die letzten zehn Kilometer,
jene Strecke im Grünauer Forst, die ich für den gelegentlichen Tempolauf
renne. Aber es nutzte alles nichts. Die Beine wurden schwerer und
schwerer. Schon lange hatten wir die höhen des Thüringer Waldes hinter
uns gelassen. Daher war es deutlich wärmer, mit Sicherheit wärmer als
30° C.

Weitere Tricks aus der Psychokiste kamen zur Anwendung:

1. Pinkelpause,
2. ein bisschen dehnen,
3. noch einmal dehnen.

Alles, nur um nicht laufen zu müssen und um sich eine kleine
Erholungspause zu gönnen. Aber es half alles nichts. Wir mussten weiter.
Teilweise gehend dann wieder langsam trabend. Aber immerhin kamen wir
mit jedem Schritt dem Ziel etwas näher. Etwa zehn Kilometer vor dem Ziel
hörten wir Musik, einen Moderator und Anfeuerungsrufe von Fußballfans.
Das WM-Spiel Deutschland gegen Argentinien war bereits angepfiffen. Mir
war natürlich schon beim Start am Morgen klar, dass ich es nicht
schaffen würde, das Ziel vor dem Anpfiff zu erreichen. Bald hörten wir
den Jubel, als das erste Tor für Deutschland in der dritten Spielminute
fiel. Kurz danach wurde aber auch ein Läufer anmoderiert. Damit war
klar, dass es der Verpflegungspunkt bei Kilometer 95 sein musste. Jede
Läuferin, jeder Läufer wurde namentlich angekündigt. Toll. Das
motivierte uns ungemein, den Laufschritt bis zum Verpflegungspunkt
durchzuhalten. Noch einmal Cola, Wasser und Kekse, dann ging es weiter.
Aber die Beine wollten nicht mehr so. Ich schlug Katrin vor, doch
vorzulaufen, sie habe doch noch viel mehr Kraft. Das sei gar nicht so,
antwortete sie und schlug vor, doch noch mal ein paar Meter zu gehen.
Nur langsam kamen wir voran im Industriegebiet gut zwei Kilometer vor
dem Ziel. Doch dann schloss von hinten Ines auf. Was für eine
Überraschung! Sie sah noch ziemlich fit aus, fand ich. Im Trio ging es
dann weiter dem Ziel entgegen. Die beiden Frauen zogen mich wunderbar.
Von nun an wollte ich die Zähne zusammen beißen und wenigstens die
letzten beiden Kilometer durchlaufen. Rund 500 Meter vor dem Ziel
klingelte mein Mobiltelefon. "Bist du schon im Ziel oder läufst du
noch", fragte meine Ehefrau Gudrun. "Nur noch 500 Meter", antwortete
ich, "ich melde mich gleich."

Dann ging es wirklich schnell. Wir wurden im Ziel vom Moderator
angekündigt. Das Publikum applaudierte uns. Gänsehaut. Breites Grinsen.
Die letzten Schritte bis zur Ziellinie. Meinen beiden Begleiterinnen
wollte ich den Vortritt lassen aber, Katrin blieb weiterhin neben mir,
so dass ich mit ihr gemeinsam die Ziellinie überschritt. Erschöpft, aber
glücklich grinsten wir uns an. Knapp eine Minute nach uns, trabte Rudi
ins Ziel. Auch er war glücklich, es endlich geschafft zu haben.


Zeitverlust durch Gehpausen

Es ist schon erstaunlich, wie viel Zeit ich durch die vielen Gehpausen
verloren hatte, denn Rudi hatte ich ja schon viele Stunden zuvor hinter
mir gelassen. Vielleicht hätte ich doch die Taktik von Alexis Knolwton
übernehmen sollen. Die Läuferin aus den USA, einzige Starterin der
Altersklasse W20, erreichte das Ziel nach 12:49:27. Sie stürmte von
Anfang an mit hohem Tempo los. "So läuft man keinen Ultra," sagte noch
ein Läufer neben mir, als Alexis uns überholte. Ich schloss zu ihr auf
und kam mit ihr ins Gespräch. Sie meinte, sie wolle lieber am Anfang
schneller laufen, bevor es richtig heiß wird. Ohnehin würde sie später
langsamer werden. Offensichtlich kann man einen Ultra doch mit hohem
Anfangstempo laufen. Ich hätte sie gerne bei Kilometer 80 gesehen, ob
sie noch laufend oder mit ebenso vielen Gehpausen unterwegs war wie ich.
Die Länge der Strecke ist bei diesem Ultra-Marathon nicht die größte
Herausforderung, sondern die rund 2.150 Höhenmeter, die dabei zu
überwinden sind. Dieses ständige Rauf und Runter kostet enorm Kraft.
Belohnt werden die Strapazen mit schönen Landschaftseindrücken und einer
tollen Stimmung während und nach dem Lauf. Für mich war dieser
Ultra-Langstreckenlauf ein tolles Erlebnis. Ganz bestimmt werde ich noch
einmal starten.


Beste Grüße

Jörg
--

http://blog.levermann.name
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 08-21-2010, 08:53 PM
Elisabeth Mueller
 
Beiträge: n/a
Standard Re: [ThüringenULTRA] 100 Kilometer durch den Thüringer Wald gelaufen

Jørg Le/ermann schrieb:

>Hier der Versprochene laufbericht, den es auch als Blog-Version mit
>Bildern und weiteren Informationen gibt: http://blog.levermann.name


Die Bilder zeigen, dass Du nicht der einzige Verrueckte bist.

>Gegen drei Uhr
>signalisierte auch der Wecker meines Mobiltelefons, dass es nun auch für
>mich Zeit zum Aufstehen war.


Das allein ist ja schon brutal.

> Maurice Ravels Boléro erklang aus den
>Lautsprechern und verbreitete eine merkwürdig entspannte Atmosphäre. Es
>gab überhaupt keine Unruhe unter den Läuferinnen und Läufern.


Ueber Gedraenge beim Start haett ich mich schon sehr gewundert.

>Kleine rote Lämpchen und rote
>Flatterbänder an Bäumen und Sträuchern markierten die Strecke.
>Es dämmerte als die Landschaft im morgendlichen Dunst sichtbar wurde.
>Thüringens Wald-und-Wiesen-Landschaft zeigte sich von ihrer schönsten
>Seite. Fast ganz hell war es, als wir unter der Autobahnbrücke hindurch
>trabten und die ersten Hügel vor dem Thüringer Wald hinauf liefen. Doch
>bald wurden die Wege steiler. Wir erklommen die ersten Berge, liefen
>über offene Wiesen und Waldwege.


Bis jetzt klingt das ja alles recht nett.

>Ich teilte aber dennoch meine Kräfte ein und beherzigte den Rat,
>die Anstiege gehend zu überwinden und es an den Gefällestrecken einfach
>rollen zu lassen.


Klug.


>Auch wenn wir jetzt bei den
>leichtesten Anstiegen in einen lockeren Spaziergangschritt übergingen.
>Die Strecke führte nun über etwas offenere Landschaften des Thüringer
>Waldes. Malerische Ausblicke lenkten uns von den Strapazen ab. 21
>Kilometer vor dem Ziel gab es wieder eine Verpflegungsstation. Jetzt war
>es also nur noch eine Halbmarathondistanz, die uns vom Ziel in
>Fröttstädt trennte.


Langsam wird es zaeh.
>
>
>Ab Kilometer 75 wurde es schwer


Ach ja?
>
>Das sind diese kleinen psychologischen Tricks. Sich die Strecke in
>kleinere Stücke einzuteilen, beispielsweise in vier mal 25 Kilometer.
>Dann die Halbmarathonstrecke, dann nur noch 15 Kilometer, also weniger
>als meine übliche 16-km-Trainingsrunde. Oder die letzten zehn Kilometer,
>jene Strecke im Grünauer Forst, die ich für den gelegentlichen Tempolauf
>renne.


Funktioniert es wenigstens?

>Aber es nutzte alles nichts. Die Beine wurden schwerer und
>schwerer. Schon lange hatten wir die höhen des Thüringer Waldes hinter
>uns gelassen. Daher war es deutlich wärmer, mit Sicherheit wärmer als
>30° C.
>
>Weitere Tricks aus der Psychokiste kamen zur Anwendung:
>
>1. Pinkelpause,
>2. ein bisschen dehnen,
>3. noch einmal dehnen.


Dabei kommst Du aber nicht recht flott voran.
>
>Damit war
>klar, dass es der Verpflegungspunkt bei Kilometer 95 sein musste. Jede
>Läuferin, jeder Läufer wurde namentlich angekündigt. Toll. Das
>motivierte uns ungemein, den Laufschritt bis zum Verpflegungspunkt
>durchzuhalten.


Sowas find ich super!

>Rund 500 Meter vor dem Ziel
>klingelte mein Mobiltelefon. "Bist du schon im Ziel oder läufst du
>noch", fragte meine Ehefrau Gudrun. "Nur noch 500 Meter", antwortete
>ich, "ich melde mich gleich."


Du schleppst die ganze Zeit ein Handy mit?

>Zeitverlust durch Gehpausen
>
>Es ist schon erstaunlich, wie viel Zeit ich durch die vielen Gehpausen
>verloren hatte, denn Rudi hatte ich ja schon viele Stunden zuvor hinter
>mir gelassen. Vielleicht hätte ich doch die Taktik von Alexis Knolwton
>übernehmen sollen. Die Läuferin aus den USA, einzige Starterin der
>Altersklasse W20, erreichte das Ziel nach 12:49:27. Sie stürmte von
>Anfang an mit hohem Tempo los. "So läuft man keinen Ultra," sagte noch
>ein Läufer neben mir, als Alexis uns überholte. Ich schloss zu ihr auf
>und kam mit ihr ins Gespräch. Sie meinte, sie wolle lieber am Anfang
>schneller laufen, bevor es richtig heiß wird. Ohnehin würde sie später
>langsamer werden. Offensichtlich kann man einen Ultra doch mit hohem
>Anfangstempo laufen. Ich hätte sie gerne bei Kilometer 80 gesehen, ob
>sie noch laufend oder mit ebenso vielen Gehpausen unterwegs war wie ich.
>Die Länge der Strecke ist bei diesem Ultra-Marathon nicht die größte
>Herausforderung, sondern die rund 2.150 Höhenmeter, die dabei zu
>überwinden sind. Dieses ständige Rauf und Runter kostet enorm Kraft.
>Belohnt werden die Strapazen mit schönen Landschaftseindrücken und einer
>tollen Stimmung während und nach dem Lauf. Für mich war dieser
>Ultra-Langstreckenlauf ein tolles Erlebnis. Ganz bestimmt werde ich noch
>einmal starten.


Ich spreche Dir hiermit meine hoechste Achtung und auch ein wenig Neid
aus. Gut gemacht!

Elisabeth
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