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Hier der Versprochene laufbericht, den es auch als Blog-Version mit
Bildern und weiteren Informationen gibt: http://blog.levermann.name Die gute Vorbereitung hat sich gelohnt für mein Ultra-Debüt in der 100-km-Distanz. Seit 1. Januar habe ich mich auf diesen sportlichen Höhepunkt vorbereitet. In der Summe habe ich rund 1.550 Kilometer zurückgelegt, bevor am Samstag Morgen (3. Juli) um vier Uhr der Startschuss des 4. ThüringenULTRA fiel. Mein Ziel: gesund ankommen - Zeit spielt keine Rolle. Der Trainingsplan war mir bei der Vorbereitung eine Orientierungshilfe - mehr aber auch nicht. Denn selten gelingt es, solche Pläne genau einzuhalten. Das muss auch gar nicht sein. Doch, als ich in der Woche vor dem Super-Langstreckenlauf in Fröttstädt die letzte 5-km-Runde in Eichwalde drehte fiel es mir doch etwas schwer. Denn der Morgen war schon ziemlich warm und schwül. Irgendwie konnte ich mir gar nicht vorstellen, zwei Tage später das Zwanzigfache dieser kleinen Auflockerungsrunde zu laufen. Das Training für diesen Langstreckenlauf war auch nicht ganz ohne Lücken. Denn von Mitte März bis Anfang April musste ich verletzungsbedingt das Training unterbrechen. Aber bis zum Ultra-Lauf rund um den 916 Meter hohen Großen Inselsberg im Thüringer Wald machte ich meine Beine mit bis zu 126 Wochenkilometern fit für die große Belastung. Die Ultra-Szene trifft sich in Fröttstädt Karsten aus Berlin nahm mich zusammen mit seiner Familie mit zum Veranstaltungsort Fröttstädt, eine 400-Seelen-Gemeinde, im Landkreis Gotha. Direkt auf dem Startgelände schlugen wir unmittelbar zwischen Start- und Ziel-Zone unsere Zelte auf und genossen den Abend mit den vielen angereisten Ultra-Läufern beim kühlen frisch gezapftem Bier. Ultra-Langstreckenläufer sind für mich eine ganz besondere Species von laufbegeisterten Menschen: alte Hasen, die mit Jens Vieler die TorTour de Ruhr mitgelaufen sind - erfahrene Läuferinnen und Läufer, die im Schweizer Biehl 100 km durch die Nacht getrabt sind - das sind alles Athletinnen und Athleten, vor deren Erfahrung im Ultra-Langstreckenlauf ich mächtig Respekt habe. Der längste Ultra war bisher für mich der rund 72 km lange Supermarathon beim Gutsmuths Rennsteiglauf. Immer wieder hörte ich den Rat, es ruhig angehen zu lassen, meine Kraft gut einzuteilen und nicht alles auf den ersten 50 Kilometern zu verpulvern. "Der ThüringenULTRA ist kein Kinderspiel", sagte mir ein erfahrener Inselsberg-Umrunder. Ein Ratschlag den ich beherzigen wollte. Wir genossen noch ein paar Bier, dann rollten auch wir uns gegen 22 Uhr in unsere Zelte. Um in den Schlafsack zu kriechen war es noch viel zu warm, also deckte ich mich nur halb zu und schlief, bis ich lange, bevor der Wecker klingelte von Kaffeetassengeklapper geweckt wurde. Die Helferinnen und Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Fröttstädt, die den Lauf veranstalteten, bereiteten das Frühstück vor. Gegen drei Uhr signalisierte auch der Wecker meines Mobiltelefons, dass es nun auch für mich Zeit zum Aufstehen war. Schon in einer Stunde sollte der Startschuss fallen. Ich streifte mir meine kurze, enge Laufhose über, zog das Lauf-Shirt an und schützte empfindliche Stellen auf der Haut mit etwas Vaseline. Bei rund 14° C konnte ich auf eine Laufjacke verzichten. Schließlich versprach der Wetterbericht, dass es sehr heiß werden würde. Zwei halbe Brötchen und zwei Tassen Tee, das war mein Frühstück. Im Frühtau zu Berge wir ziehn ... Die Stimmung im Startblock war fröhlich, alle fieberten dem Startschuss entgegen. Ich sah niemanden, der sich locker trabend oder irgendwie anderweitig warm machte. Maurice Ravels Boléro erklang aus den Lautsprechern und verbreitete eine merkwürdig entspannte Atmosphäre. Es gab überhaupt keine Unruhe unter den Läuferinnen und Läufern. Aber eine gewisse Vorfreude auf den bevorstehenden Langstreckenlauf lag in der Luft. Dann fiel auch schon der Startschuss, der keiner war, sondern ein zischender und sprühender Silverster-Feuerwerkskörper. Der Moderator sagte: "Ja, los jetzt, das war der Startschuss!" Und schon setzten sich die 260 Läuferinnen und Läufer in Bewegung, begleitet von etlichen Fahrradbegleitern. Skandinavische Baumfackeln säumten die ersten hundert Meter, einige Fröttstädter Frühaufsteher standen an der Strecke und applaudierten als wir durch die kleine Ortschaft liefen. Keine fünf Minuten nach dem Start führte die Route aus dem Ort heraus über schmale Straßen durch Wiesen und Äcker. Kleine rote Lämpchen und rote Flatterbänder an Bäumen und Sträuchern markierten die Strecke. Es dämmerte als die Landschaft im morgendlichen Dunst sichtbar wurde. Thüringens Wald-und-Wiesen-Landschaft zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Fast ganz hell war es, als wir unter der Autobahnbrücke hindurch trabten und die ersten Hügel vor dem Thüringer Wald hinauf liefen. Doch bald wurden die Wege steiler. Wir erklommen die ersten Berge, liefen über offene Wiesen und Waldwege. Ein Wiedersehen mit alten Bekannten "Sag, mal, bist Du nicht vor einigen Jahren den Rennsteig gelaufen? Kennen wir uns nicht?", sprach mich gegen sechs Uhr ein Läufer an. "Ach, das gibt's doch nicht", antwortete ich, als ich ihn erkannte. Es war Rudi Schmidtke. Er startete ebenfalls 2005 zum ersten Mal beim Rennsteig Supermarathon. Wir quatschten eine ganze Weile, dann wollte er lieber etwas Tempo raus nehmen. Dabei waren wir gar nicht so schnell. Ich genoss weiterhin die Landschaft und war erstaunt, wie schnell die ersten 24 km bis zum ersten Wechselpunkt für die Staffelläufer hinter mir lagen. Die Strecke führte weiter zum Dreiherrenstein, ein Stück den Rennsteigweg in Richtung Unterer Beerberg, eine Gegend, die mir bekannt vorkam. Ganz bestimmt führte die Strecke damals beim Supermarathon genau hier entlang. Als ich die Verpflegungsstelle Brotterode bei Kilometer 29 etwa gegen 7:25 erreichte wurde es auch so langsam warm. In den Wäldern und auf den Höhen war es bis dahin gar nicht so sehr warm. So ließ es sich gut laufen. Ich teilte aber dennoch meine Kräfte ein und beherzigte den Rat, die Anstiege gehend zu überwinden und es an den Gefällestrecken einfach rollen zu lassen. Ich dachte darüber nach, ob das wirklich die bessere Taktik in diesem Gelände ist. Denn schließlich waren es ja in der Summe etwa 2.150 Höhenmeter, die auf der gesamten Strecke überwunden werden mussten. Und die steigenden Temperaturen bereiteten mir zunehmend Sorge. Es ist schon ein Phänomen: Unterwegs überholt man immer wieder die gleichen Läuferinnen und Läufer. Wenig später wird man selbst wieder von den gleichen Läuferinnen und Läufern eingeholt. So kam ich mit Ines Melzer aus Jessen (Kreis Wittenberg) ins Gespräch. Wir liefen in etwa das gleiche Tempo. Kurz hinter dem Weinberg (583 m ü.N.N.) bei Trusetal führte uns die Route auf einen asphaltierten Weg Richtung Kleinschmalkalden. Der Weg schmiegt sich sanft in die Landschaft. Leicht abschüssig beschleunigte er unsere Schritte. Die ersten Kilometer der dritten Etappe hatten es jedoch in sich. Stetig ging es bergauf, nicht sehr steil, aber es zog sich in die Länge. Nun wurde es doch schwerer und schwerer, die Berge zu erklimmen. Am Dreiherrenstein am Hangweg führte uns die Strecke wieder über den Rennsteig Wanderweg zur Ebertswiese, auf der sich beim Rennsteiglauf ein Verpflegungspunkt befindet. Ich habe die Stelle aber nicht unbedingt wiedererkannt, wohl aber den Rennsteigweg dorthin. Bis kurz vor dem Wechselpunkt zur vierten Etappe bei Kilometer 74 lief ich gemeinsam mit Ines. Dann begleitete mich Staffelläuferin Katrin Ludwig vom Team Räuberläufer. Oder vielmehr: ich begleitete sie, denn inzwischen wurden meine Beine doch schon sehr müde. Aber mit den Gesprächen unterwegs wurde das Laufen doch deutlich leichter. Auch wenn wir jetzt bei den leichtesten Anstiegen in einen lockeren Spaziergangschritt übergingen. Die Strecke führte nun über etwas offenere Landschaften des Thüringer Waldes. Malerische Ausblicke lenkten uns von den Strapazen ab. 21 Kilometer vor dem Ziel gab es wieder eine Verpflegungsstation. Jetzt war es also nur noch eine Halbmarathondistanz, die uns vom Ziel in Fröttstädt trennte. Ab Kilometer 75 wurde es schwer Das sind diese kleinen psychologischen Tricks. Sich die Strecke in kleinere Stücke einzuteilen, beispielsweise in vier mal 25 Kilometer. Dann die Halbmarathonstrecke, dann nur noch 15 Kilometer, also weniger als meine übliche 16-km-Trainingsrunde. Oder die letzten zehn Kilometer, jene Strecke im Grünauer Forst, die ich für den gelegentlichen Tempolauf renne. Aber es nutzte alles nichts. Die Beine wurden schwerer und schwerer. Schon lange hatten wir die höhen des Thüringer Waldes hinter uns gelassen. Daher war es deutlich wärmer, mit Sicherheit wärmer als 30° C. Weitere Tricks aus der Psychokiste kamen zur Anwendung: 1. Pinkelpause, 2. ein bisschen dehnen, 3. noch einmal dehnen. Alles, nur um nicht laufen zu müssen und um sich eine kleine Erholungspause zu gönnen. Aber es half alles nichts. Wir mussten weiter. Teilweise gehend dann wieder langsam trabend. Aber immerhin kamen wir mit jedem Schritt dem Ziel etwas näher. Etwa zehn Kilometer vor dem Ziel hörten wir Musik, einen Moderator und Anfeuerungsrufe von Fußballfans. Das WM-Spiel Deutschland gegen Argentinien war bereits angepfiffen. Mir war natürlich schon beim Start am Morgen klar, dass ich es nicht schaffen würde, das Ziel vor dem Anpfiff zu erreichen. Bald hörten wir den Jubel, als das erste Tor für Deutschland in der dritten Spielminute fiel. Kurz danach wurde aber auch ein Läufer anmoderiert. Damit war klar, dass es der Verpflegungspunkt bei Kilometer 95 sein musste. Jede Läuferin, jeder Läufer wurde namentlich angekündigt. Toll. Das motivierte uns ungemein, den Laufschritt bis zum Verpflegungspunkt durchzuhalten. Noch einmal Cola, Wasser und Kekse, dann ging es weiter. Aber die Beine wollten nicht mehr so. Ich schlug Katrin vor, doch vorzulaufen, sie habe doch noch viel mehr Kraft. Das sei gar nicht so, antwortete sie und schlug vor, doch noch mal ein paar Meter zu gehen. Nur langsam kamen wir voran im Industriegebiet gut zwei Kilometer vor dem Ziel. Doch dann schloss von hinten Ines auf. Was für eine Überraschung! Sie sah noch ziemlich fit aus, fand ich. Im Trio ging es dann weiter dem Ziel entgegen. Die beiden Frauen zogen mich wunderbar. Von nun an wollte ich die Zähne zusammen beißen und wenigstens die letzten beiden Kilometer durchlaufen. Rund 500 Meter vor dem Ziel klingelte mein Mobiltelefon. "Bist du schon im Ziel oder läufst du noch", fragte meine Ehefrau Gudrun. "Nur noch 500 Meter", antwortete ich, "ich melde mich gleich." Dann ging es wirklich schnell. Wir wurden im Ziel vom Moderator angekündigt. Das Publikum applaudierte uns. Gänsehaut. Breites Grinsen. Die letzten Schritte bis zur Ziellinie. Meinen beiden Begleiterinnen wollte ich den Vortritt lassen aber, Katrin blieb weiterhin neben mir, so dass ich mit ihr gemeinsam die Ziellinie überschritt. Erschöpft, aber glücklich grinsten wir uns an. Knapp eine Minute nach uns, trabte Rudi ins Ziel. Auch er war glücklich, es endlich geschafft zu haben. Zeitverlust durch Gehpausen Es ist schon erstaunlich, wie viel Zeit ich durch die vielen Gehpausen verloren hatte, denn Rudi hatte ich ja schon viele Stunden zuvor hinter mir gelassen. Vielleicht hätte ich doch die Taktik von Alexis Knolwton übernehmen sollen. Die Läuferin aus den USA, einzige Starterin der Altersklasse W20, erreichte das Ziel nach 12:49:27. Sie stürmte von Anfang an mit hohem Tempo los. "So läuft man keinen Ultra," sagte noch ein Läufer neben mir, als Alexis uns überholte. Ich schloss zu ihr auf und kam mit ihr ins Gespräch. Sie meinte, sie wolle lieber am Anfang schneller laufen, bevor es richtig heiß wird. Ohnehin würde sie später langsamer werden. Offensichtlich kann man einen Ultra doch mit hohem Anfangstempo laufen. Ich hätte sie gerne bei Kilometer 80 gesehen, ob sie noch laufend oder mit ebenso vielen Gehpausen unterwegs war wie ich. Die Länge der Strecke ist bei diesem Ultra-Marathon nicht die größte Herausforderung, sondern die rund 2.150 Höhenmeter, die dabei zu überwinden sind. Dieses ständige Rauf und Runter kostet enorm Kraft. Belohnt werden die Strapazen mit schönen Landschaftseindrücken und einer tollen Stimmung während und nach dem Lauf. Für mich war dieser Ultra-Langstreckenlauf ein tolles Erlebnis. Ganz bestimmt werde ich noch einmal starten. Beste Grüße Jörg -- http://blog.levermann.name |
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Jørg Le/ermann schrieb:
>Hier der Versprochene laufbericht, den es auch als Blog-Version mit >Bildern und weiteren Informationen gibt: http://blog.levermann.name Die Bilder zeigen, dass Du nicht der einzige Verrueckte bist. >Gegen drei Uhr >signalisierte auch der Wecker meines Mobiltelefons, dass es nun auch für >mich Zeit zum Aufstehen war. Das allein ist ja schon brutal. > Maurice Ravels Boléro erklang aus den >Lautsprechern und verbreitete eine merkwürdig entspannte Atmosphäre. Es >gab überhaupt keine Unruhe unter den Läuferinnen und Läufern. Ueber Gedraenge beim Start haett ich mich schon sehr gewundert. >Kleine rote Lämpchen und rote >Flatterbänder an Bäumen und Sträuchern markierten die Strecke. >Es dämmerte als die Landschaft im morgendlichen Dunst sichtbar wurde. >Thüringens Wald-und-Wiesen-Landschaft zeigte sich von ihrer schönsten >Seite. Fast ganz hell war es, als wir unter der Autobahnbrücke hindurch >trabten und die ersten Hügel vor dem Thüringer Wald hinauf liefen. Doch >bald wurden die Wege steiler. Wir erklommen die ersten Berge, liefen >über offene Wiesen und Waldwege. Bis jetzt klingt das ja alles recht nett. >Ich teilte aber dennoch meine Kräfte ein und beherzigte den Rat, >die Anstiege gehend zu überwinden und es an den Gefällestrecken einfach >rollen zu lassen. Klug. >Auch wenn wir jetzt bei den >leichtesten Anstiegen in einen lockeren Spaziergangschritt übergingen. >Die Strecke führte nun über etwas offenere Landschaften des Thüringer >Waldes. Malerische Ausblicke lenkten uns von den Strapazen ab. 21 >Kilometer vor dem Ziel gab es wieder eine Verpflegungsstation. Jetzt war >es also nur noch eine Halbmarathondistanz, die uns vom Ziel in >Fröttstädt trennte. Langsam wird es zaeh. > > >Ab Kilometer 75 wurde es schwer Ach ja? > >Das sind diese kleinen psychologischen Tricks. Sich die Strecke in >kleinere Stücke einzuteilen, beispielsweise in vier mal 25 Kilometer. >Dann die Halbmarathonstrecke, dann nur noch 15 Kilometer, also weniger >als meine übliche 16-km-Trainingsrunde. Oder die letzten zehn Kilometer, >jene Strecke im Grünauer Forst, die ich für den gelegentlichen Tempolauf >renne. Funktioniert es wenigstens? >Aber es nutzte alles nichts. Die Beine wurden schwerer und >schwerer. Schon lange hatten wir die höhen des Thüringer Waldes hinter >uns gelassen. Daher war es deutlich wärmer, mit Sicherheit wärmer als >30° C. > >Weitere Tricks aus der Psychokiste kamen zur Anwendung: > >1. Pinkelpause, >2. ein bisschen dehnen, >3. noch einmal dehnen. Dabei kommst Du aber nicht recht flott voran. > >Damit war >klar, dass es der Verpflegungspunkt bei Kilometer 95 sein musste. Jede >Läuferin, jeder Läufer wurde namentlich angekündigt. Toll. Das >motivierte uns ungemein, den Laufschritt bis zum Verpflegungspunkt >durchzuhalten. Sowas find ich super! >Rund 500 Meter vor dem Ziel >klingelte mein Mobiltelefon. "Bist du schon im Ziel oder läufst du >noch", fragte meine Ehefrau Gudrun. "Nur noch 500 Meter", antwortete >ich, "ich melde mich gleich." Du schleppst die ganze Zeit ein Handy mit? >Zeitverlust durch Gehpausen > >Es ist schon erstaunlich, wie viel Zeit ich durch die vielen Gehpausen >verloren hatte, denn Rudi hatte ich ja schon viele Stunden zuvor hinter >mir gelassen. Vielleicht hätte ich doch die Taktik von Alexis Knolwton >übernehmen sollen. Die Läuferin aus den USA, einzige Starterin der >Altersklasse W20, erreichte das Ziel nach 12:49:27. Sie stürmte von >Anfang an mit hohem Tempo los. "So läuft man keinen Ultra," sagte noch >ein Läufer neben mir, als Alexis uns überholte. Ich schloss zu ihr auf >und kam mit ihr ins Gespräch. Sie meinte, sie wolle lieber am Anfang >schneller laufen, bevor es richtig heiß wird. Ohnehin würde sie später >langsamer werden. Offensichtlich kann man einen Ultra doch mit hohem >Anfangstempo laufen. Ich hätte sie gerne bei Kilometer 80 gesehen, ob >sie noch laufend oder mit ebenso vielen Gehpausen unterwegs war wie ich. >Die Länge der Strecke ist bei diesem Ultra-Marathon nicht die größte >Herausforderung, sondern die rund 2.150 Höhenmeter, die dabei zu >überwinden sind. Dieses ständige Rauf und Runter kostet enorm Kraft. >Belohnt werden die Strapazen mit schönen Landschaftseindrücken und einer >tollen Stimmung während und nach dem Lauf. Für mich war dieser >Ultra-Langstreckenlauf ein tolles Erlebnis. Ganz bestimmt werde ich noch >einmal starten. Ich spreche Dir hiermit meine hoechste Achtung und auch ein wenig Neid aus. Gut gemacht! Elisabeth |
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